Artikel: „Verkauf auch ohne Kundenkontakt verboten vom 28. März 2020"

Erstellt am 6. April 2020 | Allgemein

Leserbrief des Unternehmens TRAUTZ an die Tageszeitung DIE RHEINPFALZ am 3.04.2020 mit der Bitte um Veröffentlichung.

Hilfe und nochmals Hilfe! Kleine Geschäfte mit zur Zeit gefragten Pflanzen für Salate, Gemüsepflanzen und Gartenkräuter und beliebte Frühlingsblüher von Amts wegen geschlossen – die in der Region verteilten Baumärkte mit großflächigen Abteilungen für Pflanzen- und Gartenbedarf geöffnet. Kann das sein? Es kann! Und der Verkauf vor geschlossenen Türen und ohne Kundenkontakt wird bestraft? Welch ein Widerspruch! Hier zeigen sich krass fast unglaubliche Fehler in den für das Bundesland Rheinland-Pfalz getroffenen Regulierungen. Also: Halleluja oder Himmel hilf?
Diese Zeilen sind ein weiterer Hilferufe an alle im Rahmen der Corona-Verordnungen getroffenen Entscheidungen rheinland-pfälzischer Politiker Und dabei geht es nicht um Direkthilfe, sondern um Chancengleichheit! Mit Empörung, besser Wut im Bauch, haben viele unserer Kundinnen und Kunden, überwiegend Inhaber kleinerer, aber ambitionierter Blumengeschäfte auf Ihren Beitrag über das Blumengeschäft Joachim Kiefer in Maikammer reagiert und uns die menschlich wie wirtschaftlich ruinösen Folgen dieser Maßnahme für ihre Branche geschildert. Unser Unternehmen, ein Großhandel- für Floristen- und Dekorationsbedarf mit einem seit Jahrzehnten und schon in zweiter Generation vertrauten Kundenkreis aus ganz Rheinland-Pfalz, weiß aus nächster Nähe um die Sorgen der oft familiengeführten Kleinunternehmen, beginnend zu einer Jahreszeit, da nach Ende des Winters das Geschäft endlich wieder aufblühen kann!
Doch was nun? Kurzarbeit, Insolvenz, Depression in jeder Hinsicht? Kreativität und handwerkliches Können sowie die Abhängigkeit von den Jahreszeiten zeichnen die Branche von Gärtnern und Floristen aus - genauso wie Bodenständigkeit, Heimatverbundenheit und das Erfüllen ihrer Pflichten als Kleinunternehmer. Und genau diesen Menschen werden nun an den Pranger gestellt und mit Bußgeldern und Strafen bedroht, weil sie mit neuen Ideen und Tatkraft Wege auftun, um die Gesundheit ihrer Kunden zu schützen, Fürsorgepflichten zu erfüllen und ihre Existenz und die Weiterbeschäftigung ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu sichern.

Bei höchstem Respekt vor den verantwortungsvollen Aufgaben, denen sich Politiker aller Ebenen zum Schutz der Gesundheit aller derzeit gegenübersehen, dürfen die Bedürfnisse und Nöte des Mittelstands nicht an den Rand der Problematik geschoben werden. Sich lautstark hörbar zu machen, Seilschaften zu bilden oder auf andere Art zu protestieren, dazu fehlt nach diesem Fehlschlag der rheinland-pfälzischen Landesregierung in der grünen Branche Beschäftigten einfach die Kraft. 

Mit freundlichen Grüßen

Christine & Uwe Kahmann
TRAUTZ GmbH & Co KG